
Damit Klettsysteme „halten“, was sie versprechen, kommen standardisierte Testmethoden zur Sicherstellung internationaler, industrieller Standards zum Einsatz. Dabei ist die Liste der Testmethoden, die im hauseigenen Labor des Unternehmens durchgeführt werden, ziemlich lang. Es geht dabei in der Regel um Abschäl- und Längsscherfestigkeiten, Ausreißfestigkeit, Längenänderungen von elastischen Bändern, Flächengewichte, Materialdicke, die Bogigkeit von Haken und Flauschbändern – auch „Banana Shape“-Test genannt. Gemacht werden jedoch auch Aufschweißtests, Test zur Kontrolle der richtigen Auftragsmenge von Klebstoffen oder bespielsweise zu einwandfreien Nähten.
„Qualitäts-Management bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen”
Für Andrea Schuhmacher, bei kragoTEC® für die entsprechenden Tests und Zertifizierungen zuständig, steht dabei in jedem einzelnen Fall folgendes im Vordergrund: „Qualitätssicherung bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen und durch systematische Verfahren sicherzustellen, dass unsere Produkte zuverlässig, sicher und langlebig sind.“ Am Beispiel eines Tests zur Auswirkung von Scher- und Schälkräften auf ein Klettbandsystem erklärt sie die Relevanz in Abhängigkeit zum Einsatz: „Zugfestigkeit, Scherfestigkeit und Schälhaftung sind relevante Leistungsmerkmale, die allerdings auch davon abhängig sind, wie hoch die Öffnungszyklen eines Klettverschlusses in seiner Anwendung sein sollen. Ein Sportschuh beispielsweise sollte natürlich auch nach häufigem und regelmäßigem Öffnen noch immer einwandfrei, fest und sicher verschlussfähig sein. Ganz anders bei Anwendungsbereichen, die einen dauerhaften - dafür umso festeren - Verschluss vorsehen."
Entsprechend prüft die Testanlage des hauseigenen Labors beispielsweise die Längsscherfestigkeit nach DIN 13780. Dabei werden zusammengefügte Einzelbänder eines Haftverschlusses mit einem “Zwick”-Gerät bei gleichbleibender Geschwindigkeit so getrennt, dass die Trennung fortschreitend längs des Haftverschlusses parallel zur Länge, der den Haftverschluss bildenden Bänder, und in der Ebene des Verschlusses erfolgt.
Angesichts dieser für fachliche Laien komplexen Beschreibung erläutert die Labor-Mitarbeiterin: „Was kompliziert klingt, ist es zwar auch - führt jedoch im Ergebnis dazu, dass man hinsichtlich Prüfgegenstand gemäß der DIN-Norm-Vorgaben und unter Berücksichtigung des produktspezifischen Datenblattes systematisch Aufschluss darüber erhält, ob eine Produkt den entsprechenden Anforderungen entspricht.”

Durchgeführt werden also Tests nach internationalen und industriellen Standards. Allerdings: „Kunden können auf Wunsch auch individuelle Parameter prüfen lassen. Selbstverständlich werden auch diese Zyklen o.ä. in unseren Prüfprotokollen dokumentiert", so die Labor-Mitarbeiterin. Zu ihrem Tagesgeschäft gehören ohnehin auch: Die Dokumentation im Rahmen der Prüfmitteldateien oder auch das Kalibrieren und Justieren von Messgeräten. „Wo es um zuverlässige Sicherheit geht, sind saubere Dokumentationen und einwandfrei funktionierendes Testmaterial einfach elementar wichtig. Bei uns wird Qualität von A bis Z gelebt.

Andrea Schuhmacher schmunzelt nochmals: „Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Test zum Maß der Bogigkeit nach DIN EN 1416, in dessen Rahmen die Feststellung relevanter Bogigkeiten - also leicht gebogener Verläufe - innerhalb bestimmter Grenzwerte ermittelt wird."